FAB.Region Bergisches Städtedreieck
Was passiert mit Materialien, Maschinen oder Produkten, wenn sie nicht mehr gebraucht werden? Wie können Unternehmen, Werkstätten, Bildungseinrichtungen und Bürgerinnen und Bürger Ressourcen gemeinsam nutzen, statt sie immer wieder neu anzuschaffen?
Genau hier setzt die FAB.Region Bergisches Städtedreieck an. Das EFRE-geförderte Projekt überträgt den internationalen Fab-City-Ansatz erstmals auf eine ganze Region und entwickelt Wuppertal, Solingen und Remscheid zu einem Modellraum für Kreislaufwirtschaft und lokale Produktion. Der Fab-City-Ansatz verfolgt die Idee „Design global, produce local“: Wissen, Baupläne und Erfahrungen werden weltweit geteilt, Produkte und Lösungen dagegen möglichst vor Ort entwickelt, hergestellt, repariert oder weiterverwendet. Statt Dinge wegzuwerfen und neu zu kaufen, sollen Materialien länger genutzt und lokale Produktionsmöglichkeiten gestärkt werden. Ziel ist es, Rohstoffe, Wissen und Wertschöpfung stärker in der Region zu halten und dadurch Ressourcen zu schonen sowie neue wirtschaftliche Perspektiven zu schaffen.
Drei Orte zum Ausprobieren und Mitmachen
Herzstück des Projekts sind die Gründerschmiede Remscheid, die Gläserne Werkstatt Solingen und Gut Einern in Wuppertal. Hier treffen Unternehmen, Handwerk, Forschung, Kommunen und engagierte Bürgerinnen und Bürger aufeinander, um neue Ideen zu entwickeln und praktisch zu testen. Dabei geht es nicht nur um theoretische Konzepte, sondern um ganz konkrete Fragen:
- Wie können Materialien aus einem Betrieb in einem anderen weiterverwendet werden?
- Welche Produkte lassen sich reparieren statt ersetzen?
- Wie können digitale Fertigungstechnologien neue lokale Produktionsmöglichkeiten schaffen?
- Wie kann Wissen über nachhaltige Produktion zwischen Unternehmen, Initiativen und Bildungseinrichtungen ausgetauscht werden?
In Workshops, Pilotprojekten und Experimentierformaten werden entsprechende Lösungen gemeinsam entwickelt und unter realen Bedingungen erprobt. Die dabei gewonnenen Erfahrungen werden dokumentiert und innerhalb der Region sowie mit dem internationalen Fab-City-Netzwerk geteilt.
Von der Modellregion zum Vorbild für andere
Die FAB.Region versteht Kreislaufwirtschaft als Gemeinschaftsaufgabe. Es entstehen nicht nur neue Ideen, sondern auch Netzwerke zwischen Menschen und Organisationen, die bisher oft getrennt voneinander gearbeitet haben. Unternehmen lernen von Forschungseinrichtungen, kommunale Akteure von lokalen Initiativen und Handwerksbetriebe von den Möglichkeiten digitaler Fertigungstechnologien.
So entwickelt die Region Schritt für Schritt neue Ansätze für nachhaltiges Wirtschaften, die langfristig auch anderen als Vorbild dienen können. Als Teil des internationalen Fab-City-Netzwerks werden die gewonnenen Erkenntnisse über die Region hinaus geteilt und auch für andere Städte und Regionen nutzbar gemacht.
1,93 Mio. Euro
EU-Fördermittel