HeyApps – Wissensmanagement für die Metallindustrie
Die Wissensmanagement-Lösung für den Blue-Collar-Sektor
Nordrhein-Westfalen zählt zu einer der stärksten Industrieregionen Europas und ist geprägt von einem hohen Anteil an Arbeitsplätzen im Blue-Collar-Sektor, insbesondere in Produktion und Handwerk. Allerdings steht der Mittelstand vor wachsenden Herausforderungen: Der steigende Fachkräftemangel, verstärkte Karrierewechsel, Renteneintritte und der regionale Strukturwandel gefährden zunehmend die Wettbewerbs- und Zukunftsfähigkeit vieler Unternehmen. Besonders kritisch ist dabei der Verlust erfahrener Fachkräfte, deren praxisnahes Wissen und langjährige Erfahrung bislang oftmals nicht systematisch gesichert wurde. Hier setzt das Forschungsprojekt HeyApps mit ihrer Wissensmanagement-Lösung an.
Herausforderungen für den Mittelstand
Die Idee für HeyApps entstand aus Forschungsarbeiten an der Fachhochschule Aachen, die zeigten, dass kleine und mittlere Produktions- und Handwerksunternehmen niedrigschwellige, praxisnahe Wissensmanagement-Lösungen benötigen. Viele Betriebe verfügen über keine geeigneten Werkzeuge, um praktisches Wissen direkt am Arbeitsplatz effizient, medien- und KI-gestützt sowie datenschutzkonform zu erfassen. Bestehende Systeme fokussieren meistens Büroarbeitsplätze und erweisen sich damit als ungeeignet für Werkstätten, Hallen und Produktionsumgebungen. Die bluvero GmbH (ehem. HeyApps) schließt diese Lücke, indem die Plattform HeyApps Wissen dort erfasst, wo es entsteht und dieses mithilfe künstlicher Intelligenz zu leicht verständlichen, interaktiven Lerneinheiten verarbeitet.
Ein ganzheitlicher technologischer Ansatz
HeyApps fokussiert mit dem Projektvorhaben vor allem nationale Unternehmen, die den spezifischen Herausforderungen des Datenschutzes, der Fachkräftesicherung und der Prozessdigitalisierung gegenüberstehen und liefert eine passgenaue Lösung für den deutschen Blue-Collar-Sektor. Fachkräfte im Blue-Collar-Sektor erhalten neue Möglichkeiten, ihr praxisnahes Wissen einfach und effizient zu sichern. Über Bodycams, Smartphones oder Messenger-Dienste können Erfahrungen und Arbeitsabläufe mit nur einem Knopfdruck erfasst werden. Unterstützt durch Künstliche Intelligenz, werden diese Inhalte automatisch strukturiert und zu einem digitalen Abbild des jeweiligen Arbeitsplatzes aufbereitet. Diese Kombination aus niedrigschwelliger Erfassung, intelligenter KI-gestützter Aufbereitung und arbeitsplatzbezogener Darstellung leistet einen wichtigen Beitrag zur digitalen Transformation der Arbeitswelt. Gleichzeitig unterstützt sie die Modernisierung industrieller Lern- und Qualifizierungsprozesse und stärkt nachhaltig die Wettbewerbsfähigkeit des industriellen Sektors.
Weichenstellung für Industrie- und Handwerksbetriebe in Europa
Durch die dauerhafte digitale Erfassung, Speicherung und den gezielten Transfer von Fachwissen aus lokalen und regionalen Betrieben können Unternehmen nachhaltig entlastet, Arbeitsprozesse optimiert und Einarbeitungszeiten verkürzt werden. Auf dieser Grundlage kann ein bundesweit skalierbares System entstehen, das in zahlreichen Industrie- und Handwerksbereichen einsetzbar ist. Die bluvero GmbH adressiert mit dem Projektvorhaben zentrale Ziele der EU wie die digitale Transformation, die Qualifizierung von Fachkräften und die Stärkung des Arbeitsmarktes. Zudem zeigt die Anwendung in KMU beispielhaft, wie europäische Förderprogramme Innovationen in NRW ermöglichen.
Ausblick: Vom Prototyp zum Markteinstieg
HeyApps hat 2025 bereits einen Prototyp entwickelt, der im Rahmen von Pilotprojekten in NRW getestet wurde – somit befindet sich HeyApps derzeit in der Validierungsphase. 2026 erfolgt die Erweiterung der KI-Aufbereitung, die Einführung neuer Funktionen wie Feedbacksysteme, API-Anbindungen und Zertifikate, die Skalierung auf weitere Branchen und Regionen sowie der Ausbau internationaler Forschungs- und Transferkooperationen. Eine marktreife Vollversion ist für das Jahr 2027 geplant, ebenso wie die Erweiterung auf EU-Marktsegmente, der Aufbau eines Partner-Ökosystems und umfassende Support- und Implementierungsstrukturen.