Nachhaltige Wasserwirtschaft an der Erft – Rheinisches Revier auf dem Weg zur Modellregion
Als Folge des Strukturwandels realisiert der Erftverband mit Hilfe der Förderung aus dem Just Transition Fund (JTF) vier Schlüsselprojekte der Wasserwirtschaft: Die Kläranlagen in Grevenbroich, Kenten, Rödingen und am Nordkanal in Kaarst tragen dazu bei, die Wasserqualität in den Gewässern zu sichern und die nachhaltige Entwicklung im Rheinischen Revier zu fördern. Das gemeinsame Ziel von Land, EU und Erftverband: Das Rheinische Revier zu einer wasserwirtschaftlichen Modellregion in NRW zu machen.
Effiziente Abwasserreinigung als Schlüssel für die Region
Mit dem Ausstieg aus dem Braunkohleabbau stehen Wasserwirtschaft und Abwasserbehandlung im Rheinischen Revier vor neuen Herausforderungen. Um das Abwasser effizient zu reinigen, kommen in den geförderten Kläranlagen innovative technische Lösungen zum Einsatz, die Infrastruktur wird gezielt modernisiert. Neben dem Schutz der Umwelt entstehen auch Leistungsreserven bei der Abwasserreinigung, die die Ansiedlung neuer Gewerbe – und damit neue Arbeitsplätze – fördern können.
Technologische Innovationen für bessere Wasserqualität
Die Maßnahmen reichen von der Einführung neuer Prozesswasserbehandlungsanlagen und der Optimierung bestehender Klärwerke bis zum Neubau einer vierten Reinigungsstufe zur Reduzierung von Mikroschadstoffen. Zum Einsatz kommen moderne und energiesparende Verfahren wie die Deammonifikation zur gezielten Stickstoffelimination sowie anspruchsvolle Membrantechnik, die in Kombination mit Aktivkohle in nur einer Verfahrensstufe multiresistente Keime, Mikroplastik und vor allem anthropogene Spurenstoffe weitgehend aus dem Naturkreislauf entfernen kann. Das schützt die lokalen und regionalen Gewässer und steigert gleichzeitig die Energieeffizienz der Anlagen.
Vorbild für nachhaltige Wasserwirtschaft
Die vier Kläranlagen sichern die Wasserqualität in den Gewässern in der Region und ermöglichen es, steigende Umweltschutzanforderungen wirtschaftlich umzusetzen. Sie sind räumlich wie thematisch vernetzt und sorgen für saubereres Wasser und natürliche Gewässer. Gleichzeitig verbessern sie die lokale Infrastruktur. Das Ergebnis: Nachhaltige Wasserwirtschaft treibt die ökologische Transformation im Rheinischen Revier voran.